Es ist eine seltsame Situation und viel besser wird es vielleicht eine Weile nicht. Mir ist Arbeitslosigkeit 100%ig fremd. Ich arbeite immer an Projekten, bereite Literatur und Sprache vor, analysiere Sprache und Literatur. Ich bin immer visuell beschäftigt mit Text-Bild-Analysen. Ich bin immer textuell beschäftigt mit Zusammenfassung und Ausdehnung von Textelementen. Ich höre immer zu als Linguistin, ich produziere ständig Sätze zur späteren Verwendung in meinem Studienberuf der Wissenskommunkation/Germanistik/Regionalgraphie/Rehabilitation/Musik beim Radio, Fernsehen, Print und Online. Arbeitslosigkeit hat mit mir nichts zu tun. Aber: Der Staat hält meinen Tank leer auf Haushaltslevel. Von der Arbeitsvermittlung erhält man letztlich die Aussage, man sei in derselben Situation - man müsse mich bewerben, um mich aus meiner Arbeitslosigkeit zu befreien. Ja, so sehe ich das auch. Es ist wirklich eine Befreiung aus einer Welt, in die ich nicht gehöre und mit der ich absolut nichts anfangen kann: Als Hausfrau auf dem Sofa sitzen. Kann ich nicht. Ich kann nur als Journalistin (und Hausfrau) auf dem Sofa sitzen. Meine Tankfüllung läuft seitens des Staates mit Migranten, Analphabeten, Berufslosen und anderen "gefangen" gehaltenen Universitäts- und Berufsschulabsolventen auf einem Level. Mein Nervensystem läuft am Limit, da es nun alle erlernten Aufgaben trotzdem immer wieder ausführen muss. Während die rechtmäßig Arbeitslosengeld 2 empfangenden Menschen das maximale Lebensglück erleben. Bin ich da neidisch? Wie gemein. Ich möchte auch, dass mein normales Lebensglück beginnt. ABER: MIT MEINEM KORREKTEN GEHALT! Es geht ja nicht anders, als mit meinem Geld, mein Geld ist mein Körper, mein Geld ist meine Seele. Ich brauche Nahrung, Kleidung, Statussymbole entsprechend meiner Ausbildungslevels. Soviel Geld habe ich dann gespart die letzten 40 Jahre: Ich freue mich so auf die Auszahlung! Ich kann es nicht beschreiben. Ich habe so unendlich viele Pläne mit meinem Geld.
